Kulinarischer Konvent

Zeit: 562 iJdB
Ort: Chorraion, Nördliches Upperland, Nieheim (Stadt)
Anwesende Helden: Ulrik Siegeswill, Alrika Siegesweill

Die Spieler befinden sich auf dem Weg in die Hauptstadt Chorraifaer. Etwa einen Tagesmarsch von Nieheim, wo sie sich zuletzt aufhielten, kamen Ulrik und Alrika Siegeswill an ein heruntergekommenes Gehöft, das sich als die Taverne “Zur Kräh” entpuppte.

Die Wirtsleute, eine Frau namens Yorna und ihr thumber Knecht, Ugo, waren zwar ein wenig seltsam, doch da man das in Chorraion gewohnt ist und der Tag sich ohnehin zum Ende neigte, quartierte man sich ein – nicht, ohne vorher zu speisen. Zur Überraschung der Gäste wurde ihnen (fast) rohes Fleisch serviert.

Die Spieler freundeten sich schnell mit einem weiteren Gast an, ein Reisender Satia-Kleriker namens Festus. Dieser befand sich gerade auf dem Weg nach St Frömmlein, einem Konvent, unweit des Gehöftes bei dem kleinen Dorf Krähfels gelegen, um die dortige Schwesternschaft vor dem drohenden Ork-Unheil zu warnen.

Die Nacht kam schnell, was offenkundig dem schweren Wein zuzuschreiben war, den die Wirtsleute kredenzten.
Der Wein war mit einem leichten Schlafgift versetzt.

In der Nacht wurden Ulrik und Alrika von polterndem Lärm geweckt. Das Zimmer des reisenden Klerikers stand offen, scheinbar hatte sich ein Kampf zugetragen. Im Stall, der in einem verschlossenen Nebengebäude des Gehöftes untergebracht war, stand das Tor offen und es brannte ein schwaches Licht.

Die Helden rüsteten sich und sahen nach. Das Licht kam von einer offenen Falltür im Boden, der zu einem Kellergewölbe führte. In einem der unterirdischen Räume fand man dann die Wirtsleute, nackt und in Blut und Eingeweiden stehend, schmatzend über dem leblosen Körper von Festus gebäugt, oder besser gesagt, was davon noch übrig war: Yorna und Ugo waren anscheinend Kanibalen.
Zahllose im Raum verstreute Knochenreste zeugten von einer längeren Umtriebigkeit der Menschenfresser!

Zwar kam für Festus jede Hilfe zu spät, doch Ulrik und Alrika beendeten das Treiben der offenbar dem Wahnsinn verfallenen Wirtsleute.

Von dunklen Vorahnungen getrieben, beschlossen Ulrik und Alrika in Krähfels und dem Konvent nach dem Rechten zu sehen. Am Vortag erwähnte Festus noch, er würde die Wirtsleute aus dem Dorf kennen. Auch wenn der Weg nach Chorraion Priorität hatte: Menschenfresser, noch dazu in der Nähe eines Knventes waren kein
derartige Pervertierung, noch dazu in der Nähe eines Konvents: das bedurfte einer näheren Untersuchung. Möglicherweise schwebte jemand in Gefahr?

Das Dorf Krähfels wirkte wie ausgestorben. Die Hütten schienen allesamt unbewohnt, und das schon seit einiger Zeit. In der Dorfmitte entdeckten sie drei Scheiterhaufen, an den Pfählen hingen noch die verkohlten Überreste menschlicher Wesen. Eines von ihnen trug ein Medaillion, das ihn als Angehöriger der Pelor-Kirche auswies.

Der Konvent St. Frömmlein erwies sich ein als trutziger Caer. Seine dicken Mauern versprachen einigermaßen Schutz. Die Spieler klopften an die Vordertüre und es wurde ihnen von einer sehr jungen, wennauch unscheinbaren Frau, aufgemacht. Sie stellte sich den Helden als Schwester Gudrun vor und gewährte ihnen natürlich Einlass. Die Äbtissin, Horta Herdfeuer, würde all ihre Fragen beantworten. Kurz darauf machten die Helden die Bekanntschaft einer etwa 30jährigen, äußerst charismatischen Dame, die gerade bei einer Andachtszeremonie in der Kapelle weilte.

Alles in allem lebten 13 Klerikerinnen innerhalb der Mauern. Sie schienen sich hier sicher zu fühlen, denn trotz der bevorstehenden Ork-Invasion hegten sie keinerlei Absichten, diesen Ort zu verlassen. Die Göttin, Satia, würde schon über sie wachen.
Die Helden machtn die Beobachtung, das alle Klerikerinnen noch ziemlich jung waren.

Trotz eines mulmigen Gefühls in der Magengrube, machten Ulrik und Alrika keine Anstalten ein gemeinsames Abendessen mit der Schwesternschaft abzulehnen. Der Tag war bereits wieder zur Neige gegangen und eine Nacht hinter Klostermauern war allemal besser, als in der Wildnis zu übernachten. Wieder wurde Wein gereicht und natürlich gebot es die Höflichkeit, diesen auch anzunehmen.
Es bleibt anzumerken, das die Klerikerinnen keinen Wein tranken – sie hatten Enthaltsamkeit gelobt. Für Gäste galt das aber natürlich nicht. Das Ende vom Lied: erneut wurde den Helden ein Schlafmittel verabreicht, diesmal ein ziemlich starkes. Sie verbockten ihre Zähigkeitsproben und fieln in einen tiefen, traumlosen Schlummer.

Als Alrika erwachte, befand sie sich in einem feuchten Kellerverließ wieder, angebunden auf einem Holztisch. Als sie Stimmen hörte, stellte sie sich zunächst weiterhin schlafend. Zwei Klerikerinnen betraten den Raum, in ein Gespräch vertieft und keine Notiz von Alrika nehmend. Als sie wieder gegangen waren, befreite sich die Magierin von ihren Fesseln und befreite Ulrik, der in einem Käfig vor sich hindämmerte. (Es bestand kein Zweifel, das sie sich in einer Art Folterkammer befanden).

Den Zweck ihrer Gefangenschaft sollten sie nachfolgend erfahren. Hinter einer Tür, einem von zwei Ausgängen aus dem Raum, erlebten sie ein Deja-Vu: vor ihnen erhob sich eine schwarze Statue von Narshagul, der Berührten, einer Spaltfürstin. Der gesamte Raum war in Blut getaucht, der Boden, bedeckt mit Knochen – ein ganzes Dorf, könnte man sagen. Abgebissene Fleischreste zeugten von der Art des Sterbens: Kanibalismus.

Beim Versuch, den Keller zu verlassen, liefen sie geradewegs zwei Klerikerinnen in die Arme, die kurzerhand ausgeschaltet wurden. Ein Versteck im Erdgeschoss des Konvents nutzend, schalteten sie weitere Kanibalinnen aus, jedoch konnte eine fliehen und die übrigen warnen. Alsbald begannen die Klerikerinnen die Räumlichkeiten des Konventes zu durchforsten, bis zur unvermeidlichen Konfrontation mit Ulrik und Alrika, die sich herzhaft durch die fleischgierige Weiberschar schnetzelten, bis nur noch drei übrig waren. Die waren nicht zur Hexenjagd erschienen, also durchkämmten die beiden Helden den Konvent und trafen schließlich mit der jungen Klerikerin, der rechten Hand der Äbtissin, im Speisesaal zusammen. Sie offenbarte sich als ein Dämon und stellte sich dem Krieger und der Magierin. Doch Dämon hin oder her, ihr Tod war nach wenigen Sekunden besiegelt und ihr Kopf rollte über die blutbesudelten Steinfliesen.

Hinter einer geheimen Wand fand man dann die Äbtissin, im Bade roten Lebenssaftes, zusammen mit einer Gespielin. Sie waren so in ihr Planschvergnügen vertieft, das sie von der ganzen Abschlachterei gar nichts mitbekommen hatten. Doch jetzt, da Ulrik und Alrika ihr Blutbad störte, ging mit ihr der Dämon durch, sie entblößte Klauen und Schwingen funkelte mit ihren feurigen Augen. Viel mehr als Funkeln war dann auch nicht, da Schwert und Flamme ihrem Dämonendasein in Windeseile ein Ende bereitete. Ihrer Gespielin ging es ähnlich, nur in noch kürzerer Zeit.

Der Konvent war gesäubert und es blieb noch Zeit für einen Besuch der Klostereigenen Bibliothek. Dort stießen Ulrik und Alrika auf interessante Informationen über die Trommel von Thom.
Wie es sich herausstellte, war das Artefakt zweigeteilt. Aufgrund seiner Mächtigkeit – es soll Berge zum Einsturz bringen – hütete man den einen Teil (die Trommel) in Thoms Hand, einem Bollwerk im Nordosten des Landes. Doch ohne den zweiten Teil (den Schlaghammer), bleibt das Artefakt ein nutzloser Gegenstand. Der Hammer wurde an einen weit entfernten Ort im Königreich gebracht: zur Abtei von Maggotsford im Siebensternwald.

Kulinarischer Konvent

Pageria DerKunich